Haus der Statistik
Die Oase am Alexanderplatz
Das Gemälde zeigt eine Straßenszene unweit des Berliner Alexanderplatzes. Im Vordergrund steht der kleine Imbiss „Oase“, der unter anderem Chinapfanne, Döner und andere einfache Gerichte anbietet. Dahinter erhebt sich das ehemalige Haus der Statistik, eines der markantesten Gebäude der DDR-Moderne. Der kleine Imbiss ist ein bemerkenswertes Stück Berliner Alltagsgeschichte. Der Künstler erinnert sich daran, bereits Mitte der 1990er-Jahre, kurz nach seiner Ankunft in Berlin, hier eine Chinapfanne gegessen zu haben. In jener Zeit wirkten solche asiatischen Schnellgerichte besonders im ehemaligen Ostberlin noch recht exotisch und gerade dieser Geschmack gehört für viele Berliner zur Erinnerung an die Nachwendezeit. Die Geschichte des Imbissstandorts reicht offenbar noch weiter zurück. Nach verschiedenen Berichten soll sich hier bereits in den 1980er-Jahren ein Imbiss befunden haben. Während sich das Umfeld des Alexanderplatzes über Jahrzehnte erheblich verändert hat, konnte sich die kleine Imbissbude behaupten. Auffällig sind auch die vergleichsweise geregelten Öffnungszeiten. Das Haus der Statistik im Hintergrund erzählt eine andere Geschichte des Berliner Wandels. Nach jahrelangem Leerstand und zwischenzeitlichen Abrissplänen wurde der Gebäudekomplex durch das Engagement verschiedener Initiativen und die Zusammenarbeit mit öffentlichen Akteuren für eine neue Nutzung gewonnen. Aus dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der DDR entwickelt sich ein Quartier für Kunst, Kultur, soziale Einrichtungen, Wohnungen und Verwaltung. Im Umfeld des Projekts hat sich auch die Bezeichnung „Allesandersplatz“ etabliert. Zu den Planungen gehört außerdem die Unterbringung von Verwaltungsfunktionen des Bezirks Mitte. Der Künstler selbst lebt in unmittelbarer Nähe und hat die Veränderungen rund um den Alexanderplatz über viele Jahre verfolgt. Er erinnert sich daran, bereits in einer frühen Phase des Projekts den Pavillon am Haus der Statistik besucht zu haben, der damals als Informations- und Begegnungsort diente. Dort hatte er nach eigener Erinnerung auch Gelegenheit, mit dem damaligen Bezirksbürgermeister von Mitte und dem zuständigen Baustadtrat über die Zukunft des Areals zu sprechen. Einige persönliche Zitate sind im Bild bewusst versteckt. So gehen zwei rechts der dargestellten Figuren auf galaktische Piraten aus einem Science-Fiction-Film der 1980er-Jahre zurück. In der Berliner Straßenlandschaft erscheinen sie wie zufällige Besucher aus einer anderen Welt.
- Digitaldruck
- DIN A4 · DIN A3
- Werk-ID
- AW_22
ab 20,00 €
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